Quecksilber-Messstation Oberursel

Außenluftmessung mittels Passivsammler

Der Quecksilber-Passivsammler ist geschützt vor Regen am Lichtmast in 3,5 m Höhe befestigt. Die ARGUK-Umweltlabor GmbH betreibt eine stationäre Quecksilber-Messstation in Oberursel. Monatlich wird ein Wert für den Quecksilbergehalt der Außenluft gemessen und auf unserer Homepage veröffentlicht. Zum Einsatz kommt hier ein neuartiges Passiv-Sammlersystem, welches in unserem Hause zur Quecksilberbestimmung in der Außenluft weiter entwickelt wurde. Der Einsatz im Innenraum ist aber gleichfalls möglich.

Mit dem Quecksilber-Passiv-Sammler lässt sich Quecksilber aus der Luft anreichern und anschließend wird der Gehalt an Quecksilber im Labor bestimmt. Über den von uns ermittelten Diffusionskoeffizienten kann daraus auf die (mittlere) Quecksilberkonzentration in der Umgebungs-Luft während der Sammelphase rückgerechnet werden. Damit hat man eine sehr einfache Art der Probenahme, die keine Stromversorgung erfordert und daher völlig flexibel an jedem Ort einsetzbar ist.

Diese Praxistauglichkeit des Passiv-Sammlers hat uns veranlasst, eine eigene Messstation für den Gehalt an Quecksilber in der Außenluft aufzubauen.

Der Sammler wurde, geschützt durch eine Überdachung, an einem Lichtmast angebracht und in Süd-West-Richtung als Hauptwindrichtung im Rhein-Main-Gebiet ausgerichtet.

Den ersten Monats-Mittelwert konnten wir für Oktober 2017 bestimmen: Die mittlere Quecksilberkonzentration im Zeitraum 01.10. bis 31.10.2017 beträgt in der Außenluft an der Messstation Oberursel 1,7 ng/m3. Dieser Wert bewegt sich im Bereich des Hintergrundwertes für Quecksilber in der Außenluft, der in Deutschland bei 2-4 ng/m3 liegt.

Für das Bundesgebiet gibt es innerhalb des Luftmessnetzes nur ganz wenige Stationen (unseres Wissens nach weniger als fünf), an denen Quecksilber in der Außenluft erfasst wird. Für Hessen sind uns keine Messstationen bekannt.

Aufbau und Funktionsweise des Quecksilber-Passiv-Sammlers

Der Quecksilber-Passiv-Sammler besteht aus einer Kunststoffhülle und einem nicht sichtbaren Sammlersystem im Innern der Kunststoffhülle. Das innere Sammlersystem enthält einen Metallnetzzylinder, welcher mit Aktivkohle gefüllt ist. Diese Aktivkohle wird vor der Verwendung durch Ausheizen von letzten Quecksilberspuren befreit. Aktivkohle hat im Hinblick auf Quecksilber gute Anhaftungseigenschaften, so dass Quecksilber oder seine Verbindungen, welche auf die Aktivkohle treffen, nahezu vollständig von der Aktivkohle festgehalten werden. Die sichtbare Kunststoffhülle besteht aus einem weißen Diffusionskörper, der aus speziellem luftdurchlässigem Material gefertigt ist.  

Detailaufnahme des Quecksilber-Passivsammlers im geschützten GehäuseDer Quecksilber-Passivsammler wird z.B. an einem Mast befestigt und von einem Kunststoff-Gehäuse vor Niederschlägen geschützt.

In den aufgehängten Passivsammler gelangt nun die Außenluft, die ggf. mit Quecksilber verunreinigt ist, durch den weißen Diffusionskörper ins Innere des Passivsammlers. Dieser Vorgang wird durch den Diffusionskoeffizienten beschrieben. Der Passivsammler verbleibt einen Monat in der Messstation. Danach wird die Aktivkohle aus dem Passivsammler herausgenommen und das anhaftende Quecksilber gemessen. Aus diesen Werten kann über den Diffusionskoeffizienten der Quecksilbergehalt in der Luft ermittelt werden.

 


Ihre Ansprechpartner bei Fragen zu Verfahrensweise oder Bewertung

 

Dr. Wigbert Maraun, Dr. Almut Gebhardt, Sonja Pfeil, Tel. 06171 / 71817