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AGOEF-Leitfaden „Gerüche in Innenräumen – Sensorische Bestimmung und Bewertung“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerüche im Gebäude-Innenraum

 

Geruchsstoffe in Innenräumen

Beschwerden in Zusammenhang mit Innenraumschadstoffen hängen in ca. 60% aller Fälle mit Geruchsstoffen zusammen, die toxikologisch oft weniger relevant aber aufgrund von sensorischen Irritationen durchaus zu Befindlichkeitsstörungen bei den Betroffenen beitragen können. Das ARGUK-Umweltlabor steht Ihnen deshalb mit einem Team von bis zu 9 zertifizierten Geruchsprüfern fachkundig zur Seite. In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn zunächst 1-2 Prüfer die Sachlage vor Ort inspizieren und über Möglichkeiten der analytischen Bestimmung beraten. Eine Analyse ist nicht in jedem Fall möglich, denn aufgrund der vergleichsweise hohen Sensibilität der menschlichen Nase im Vergleich zu den analytischen Messmethoden kann ein Geruchsstoff nicht immer mit ausreichender Sicherheit identifiziert werden.Wir wollen dies an dieser Stelle näher erläutern:

 

Geruchswahrnehmung und Geruchscharakteristik

Geruchs- oder Riechstoffe sind chemische Substanzen, die im Sinnesorgan Nase einen Reiz in den sog. Riechzellen auslösen, der dann vom Gehirn als Geruch wahrgenommen wird. Als Untergruppe der Riechstoffe können solche Substanzen angesehen werden, die einen eher als angenehm empfundenen Geruch hervorrufen und daher auch als Duftstoffe bezeichnet werden (z.B. Parfüm). Ein bezeichnender Vorgang dabei ist, dass es sich nicht nur um eine reine Wahrnehmungsleistung handelt, sondern dass durch Weiterschaltung des Reizes zum Limbischen System, dem Gefühlszentrum im Gehirn, auch eine emotionale Verknüpfung mit dem wahrgenommenen Geruch hergestellt wird. Entwicklungsgeschichtlich ist der Geruchssinn als Orientierung zur Unterscheidung von Nutzen und Gefahr anzusehen. Durch die im Laufe der Entwicklung des Menschen verschobene Sinnesprioritäten mit Verstärkung des Gesichtssinns nimmt der Riechsinn heute eine eher unterbewusste Funktion zur Orientierung in der Umwelt an. Insbesondere dient er nicht so sehr einem rationalen Vorgehen, sondern wird überwiegend auf der emotionalen Ebene angesprochen.

Das Erkennen von Riechstoffen ist eine geistige Leistung, die häufiger aber auch erfolglos bleibt – gegenüber dem spontanen Eindruck und dem Auslösen von gefühlsbetonter Reaktion durch einen Geruch.

 

Die Wahrnehmung eines Riechstoffes ist sowohl von dessen Konzentration in der Luft als auch von der persönlichen Fähigkeit eines Menschen abhängig. Es existieren Substanzen, von denen nur wenige Nanogramm pro m³ (Milliardstel Gramm) genügen, um einen Geruchseindruck hervorzurufen („Korkgeruch“, Grapefruitgeruch). Von anderen Riechstoffen braucht es schon Milligramm-Mengen pro m³ Luft. Von Tieren wie z.B. Hunden ist bekannt, dass bereits wenige Moleküle ausreichen, damit die Spur des Riechstoffes aufgenommen werden kann. Weniger Substanz geht dann auch nicht mehr!

Abzugrenzen von der Wahrnehmung eines Riechstoffes ist das Erkennen des Geruches. In erster Näherung bedarf es einer etwa zehnfach höheren Konzentration, um dem Wahrnehmen auch ein Erkennen folgen zu lassen.

 

 

Ihre Ansprechpartner bei Fragen zum Thema Geruch:

 

Dr. Wigbert Maraun, Sonja Pfeil, zertifizierte Geruchsprüfer, Tel. 06171 / 71817