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Quecksilber-Messstation Oberursel

Emissionen von Wärmekraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen
(UBA, 16.08.2017)

Quecksilberhaltiger Abfall (UBA)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Depositions- und Immissions-Messungen mittels
Passiv- oder Bergerhoff-Sammler

in der Raum- oder Umgebungsaußenluft


Der Quecksilber-Passivsammler ist geschützt vor Regen am Lichtmast in 3,5 m Höhe befestigt.Die ARGUK-Umweltlabor GmbH führt Depositions- oder auch Immissionsmessungen durch, um großflächigen oder langfristigen Eintrag von Schadstoffen aus einer lokal angesiedelten Quelle einzugrenzen. Entsprechende Untersuchungen werden gern in der Nähe von Flughäfen, in der Nachbarschaft von produzierendem Gewerbe oder Mülldeponien durchgeführt, aber auch von Museen und Firmen zur Überprüfung von partikelgetragenen und anderen Schadstoffen in der Luft beauftragt.

Quecksilbermessung mittels Passivsammler:

Allgemein ist in der Nähe von potentiellen Quecksilber-Emittenten mit höheren Quecksilberkonzentrationen zu rechnen. Die Hauptemissionsfracht an Quecksilber stammt aus dem Energiesektor, vor allem aus den mit Braun- und Steinkohle befeuerten Kraftwerken. Weitere potentielle Emittenten sind unter anderem Mülldeponien, Müllverbrennungsanlagen und Zementwerke.

Quecksilber aus Kraftwerken und Zementwerken

Braun- und Steinkohle enthält naturgemäß größere Mengen an Quecksilber. Beim Verbrennungsprozess in Kraftwerken wird dieses Quecksilber freigesetzt und in die Atmosphäre abgegeben.

Deutschlands Kohlekraftwerke stoßen jährlich rund sieben Tonnen Quecksilber aus. Das geht aus einem Gutachten des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Demnach verursacht Deutschland mit zehn Tonnen pro Jahr neben Griechenland und Polen die höchste Emission des giftigen Schwermetalls in der EU. 70 Prozent des Ausstoßes in Deutschland gehen laut der Studie auf Kohlekraftwerke zurück. Würde man die US-Grenzwerte in Deutschland anwenden, würde kein Braunkohlekraftwerk weiter am Netz bleiben dürfen.

Für Anwohner solcher mit Braun- und Steinkohle befeuerten Kraftwerke ist es nun mittels des Passiv-Sammlers möglich, die Quecksilberkonzentration vor der eigenen Haustür zu messen.

In der Nähe von Zementwerken besteht die gleiche Problemantik wie bei Kraftwerken, da hier Brennstoffe wie Braun- und Steinkohle in großen Mengen eingesetzt werden und somit ebenfalls Quecksilber über die Abluft freigesetzt wird.

Quecksilberbelastung durch Mülldeponien

Aus Mülldeponien gelangen toxische Quecksilberverbindungen in die Atmosphäre. Neben dem metallischen Quecksilber wandeln laut einer US-Studie Bakterien die bereits toxischen quecksilberhaltigen Substanzen aus Batterien, Thermometern oder alten Farbstoffen zu extrem giftigem Methylquecksilber um, welches ebenfalls in die Außenluft gelangt.

Da es sich bei einer Mülldeponie um eine Flächenquelle handelt, ist es in diesem Fall sinnvoll, ein Messdatenkataster zu ermitteln. Dieses lässt sich durch den Einsatz von mehreren Passivsammlern leicht verwirklichen.

Solch ein Messdaten-Kataster wurde vom ARGUK-Umweltlabor im Rahmen einer Pilotstudie zur Überwachung von Umbauarbeiten an einer Mülldeponie in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Bundesland erfolgreich erstellt. Der Austrag von Quecksilber aus der Deponie wurde mit unserem Passivsammelsystem überwacht. Dazu wurden Quecksilber-Monatsmittelwerte an verschiedenen Sammelstellen über einen Zeitraum von einem halben Jahr ermittelt. Das Ergebnis wurde noch mit einer standortfesten aktiven Quecksilbermessstation vergleichend überwacht. Die geringen Quecksilberkonzentrationen, die kaum oberhalb der Hintergrundbelastung von 2-4 ng/m3 lagen, ließen sich mit dem Passivsammelsystem sehr empfindlich bestimmen.

Quecksilberanalysatoren können geräteintern nur metallisches Quecksilber durch Amalgambildung erfassen. Hingegen ist der Einsatz unseres Aktivkohle-basierten Passivsammlers für ein breiteres Anwendungsgebiet mit potenziellem Vorkommen unterschiedlicher Quecksilber-Spezies besser geeignet.

Das Prinzip der Depositionsmessung mittels Bergerhoff-Sammler:

Saubere Glasgefäße, sogenannte Bergerhoff-Sammler, werden für einen längeren Zeitraum z.B. im Aussenbereich rund um eine Schadstoffquelle in einem Raster aufgebaut. Je nach zu bestimmendem Parameter sind bei der Konzeptionierung ggf. jahreszeitliche Abhängigkeiten einzelner Schadstoffe zu beachten, wie z.B. bei Verbrennungsvorgängen im Winter oder Blütenaufkommen im Frühjahr. Das Vorkommen einiger Parameter wie z.B. PCB ist jedoch weniger abhängig von jahreszeitlichen Abweichungen.

Im Innenraum kann ebenfalls eine entsprechende Messung durchgeführt werden. Diese eignet sich hier hervorragend zur Überprüfung einer möglichen luftgetragenen Langzeitbelastung z.B. durch Schwermetalle.

 

Ihre Ansprechpartner bei Fragen zu Verfahrensweise oder Bewertung

 

Dr. Wigbert Maraun, Dr. Almut Gebhardt, Sonja Pfeil, Tel. 06171 / 71817